Archäologie der Landschaft

Fachgebiet:

Archäologie der Landschaft

Studienprogramm

Der Begriff der Landschaft wurde von Ahtropologen, Archäologen, Philosophen, Geographen, Historikern und Soziologen verschieden definiert. Die Mehrheit der Definitionen begrenzte sich auf ihre Rolle als materielle "Manifestierung" der Beziehung des Meschen zu der Umwelt, wobei die „Kulturlandschaft„ nach Carl Sauer (1925) manchmal der „natürlichen„ Landschaft gegenübergestellt wird. Trotz vieler Unterschiede ist der gemeinsame Punkt aller Definitionen die Anerkennung des menschlichen (gesellschaftlichen) Charakters der Landschaft. Das staatliche Gesetz vom Denkmalschutz und der Sorge für Denkmäler definiert die Kulturlandschaft als den "infolge der menschlichen Tätikgeit historisch gestalteten Raum, der die Erzeugnisse der Zivilisation und Umweltelemente umfasst".

Die Aufgabe der Archäologie der Landschaft ist die Identifizierung und Interpretation des Kontextes, der Morphologie und der Anordnung der materiellen Überreste zwecks Erklärung der menschlichen Verhaltensweisen und der Kulturprozesse. Ihr wichtiges Merkmal ist die komplementäre archäologie- und umweltbezogene wissenschaftliche Betrachtunsgweise. Diese Art der Handlung gibt die Chance der Integration von verschiedenen Forschungsrichtungen, die die Erkenntnis der Interaktion "Mensch – Umwelt" bezwecken. Dieses Verhältnis war vielseitig und verschieden motiviert, nicht nur wirtschaftlich, was der häufigste Bezugspunkt der von Archäologen gebildeten Generalisierungen ist.

Eine Anregung zur Bildung des Studiums sind die neuen Möglichkeiten der Erforschung des Verhältnisses zwischen dem Menschen und der Umwelt, heutzutage unvergleichbar größer als es vor einigen zehn oder sogar vor einigen Jahren der Fall war. Dazu hat die Entwicklung der gegenwärtigen Geisteswisssenschaften beigetragen, die uns neue theoretische Perspektiven gezeigt haben, sowie der technologische Fortschritt, dank dem wir über immer weitere Werkzeuge zur Erforschung und Rekonstruktion der Kulturlandschaft und der Umwelt der vergangenen Epochen verfügen.

Das Ziel des Studiums ist das Übermitteln der Grundlagen des Wissens und der Kenntnisse im Bereich des Schutzes des Kulturerbes, von den neuesten Methoden und Techniken der Erforschung dieses Erbes innerhalb der Umwelt, der Siedlungslandschaft und der symbolischen Landschaft, bis auf die Methoden der Interpretation der Ergebnisse und der Bildung der generalisierenden Modelle, die den Verlauf der Kulturprozesse verstehen lassen.

Die Hochschullehrer, die das Spektrum verschiedener mit Archäologie mitarbeitender Wissenschaftszweige vertreten, werden den Hörern das Wissen von den gegenwärtig verwendeten Forschungstechniken in ihren Bereichen liefern: Geologie, Geomorphologie, Anthropogeographie, Anthropologie, Paläbotanik, Palinologie, Archäozoologie, Dendrochronologie, Dendrologie, Geophysik, Physik, Chemie, Molekularbiologie, Informatik. Die Archäologen werden in Mitarbeit mit Privatfirmen die Anwendung der neuesten Prospektions- und Ausgrabungstechniken präsentieren.

Das Studium richtet sich an alle, die an der Verbesserung der Qualifikationen im Bereich der Archäologie und der weit verstandenen Geschichtswissenschaften sowie den bei der Erkenntnis des Verlaufes der Kulturprozesse mitarbeitenden Wissenschaftszweige interessiert sind, nämlich an Archäologen, die die Ausgrabungen führen, sowie an die Hörer, die sich mit dem Schutz des Kulturerbes und der Raumplanung beschäftigen, darin an die Selbstverwalter der Gemeinden und Kreise, Beamten der Staatsverwaltung, Museumsmitarbeiter, Geschichtslehrer, Kulturanimateure, Mitglieder der Kulturgesellschaften, Besitzer und Verwalter der Denkmalobjekte sowie Landschaftsarchitekten.

Das Studienprogramm umfasst folgende Fächer:

- Teorie der Landschaftsarchäologie;
- Fragepunkte aus dem Gebiet der Geologie, Geomorphologie und Hydrographie;
- Palinologie, Paläobotanik und Dendrochronologie;
- Paläozoologie und Archäozoologie;
- Topographie, Fotogrammetrie und Prospektionsuntersuchungen (Flugzeugfotos; Geophysik – Elektrowiderstandsmethode, elektromagnetische, Georadarmethode, seismische und termografische Methode);
- Methoden der Raumanalyse der Ansiedlung;
- Anwendung der informatischen Techniken in den Siedlungsforschungen;
- räumliche Ansiedlungsformen;
- Datierungsmethoden (Dendrochronologie, die Radiokohlenstoffdatierung)
- Methoden der Denkmalanalyse (Petrographie, physikochemische und isotopische Untersuchungen);
- Sakralraum;
- Machtraum;
- die Trauerebene;
- physische Anthropologie;
- Molekulararchäologie;

Beschreibung der im Laufe des Studiums erworbenen Qualifikationen:

Der Hörer erwirbt Wissen und Kenntnisse im Bereich:

- der Archäologie der Landschaft, d.h. der Identifizierung und Interpretation des Kontextes, der Morphologie und der Anordnung der materiellen Überreste zwecks Erklärung der menschlichen Verhaltensweisen und der Kulturprozesse;
- Methodiken der Ausgrabungen;
- Methodiken der mit Archäologie kooperierenden Wissenschaftszweige im Bereich der Erforschung des Kulturerbes;

Die Bedingungen zum Erlangen des Zeugnisses: das Erlangen der Bestätigung von der Beherrschung des im Studium übermittelten Wissens und der Kenntnisse (mit Eintragung: belegt und der Note bezeugt). Vorbereitung der Abhandlung in dem ausgewählten Bereich der Archäologie der Landschaft.

Beginn und Abschluss des Studiums:

März 2012 – Juni 2013

die Lehrveranstaltungen werden drei Semester dauern, am ersten und dritten Wochenende im Monat (Samstag und Sonntag), am Vormittag und am Nachmittag, im Institut für Archäologie und Ethnologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Abteilung in Breslau, an der Więzienna Straße 6 (Nebenstraße des Alten Rings, 5 Fuß-Minuten vom Ring)

Gesamtzahl der didaktischen Stunden für einen Teilnehmer – 388 (je 45 Minuten)

darin:

die Zahl der theoretischen Lehrveranstaltungen (Vorträge)– 298

die Zahl der praktischen Lehrveranstaltungen (Übungen) – 80

Diplomseminar – 10

Die vorgesehenen Lehrer: Jacek Banaszkiewicz, Andrzej Buko, Piotr Gunia, Marek Krąpiec, Mirosław Makohonienko, Daniel Makowiecki, Sławomir Moździoch, Łukasz Porzuczek, Leszek Słupecki, Błażej Stanisławski, Tomasz Stępnik, Adam Szynkiewicz, Maciej Trzciński, Przemysław Urbańczyk, Adam Walanus, Jacek Wrzesiński und andere, abhängig von der Hörerzahl.

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Zentrum für die Erforschung der Kultur der Spätantike
und des Frühmittelalters